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Dienstag 31 August 2010 - 08:04 Uhr  |  Aus dem Ressort

Zu Guttenberg im Ständehaus RP

Selten war die Erwartung so groß beim Ständehaus-Treff: Als gestern Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zur Talk-Show kam, hätte man Hunderte weiterer Karten ausgeben können. Einen Tag zuvor hatte er noch die deutschen Soldaten am Hindukusch besucht.

 

 

 

Karl-Theodor zu Guttenberg mit den Bürgermeistern Friedrich Conzen (links), Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Gudrun Hock (rechts). Foto: RP, Andreas Bretz

Talk-Show mit Verteidigungsminister

Zu Guttenberg im Ständehaus

VON HANS ONKELBACH UND ANDREAS BRETZ (FOTOS) - zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 - 07:48

Düsseldorf (RP) Selten war die Erwartung so groß beim Ständehaus-Treff: Als gestern Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zur Talk-Show kam, hätte man Hunderte weiterer Karten ausgeben können. Einen Tag zuvor hatte er noch die deutschen Soldaten am Hindukusch besucht.

 

Natürlich war dem Freiherrn von seiner mörderisch langen Reise innerhalb weniger Tage nichts anzumerken. Bis Sonntagmittag hatte Karl-Theodor von und zu Guttenberg noch bei den deutschen Soldaten in Afghanistan gesessen, sich ihre Fragen und Sorgen angehört – und ihnen erklärt, wie und warum er die Bundeswehr verkleinern will. Das Foto vom lässigen Verteidigungsminister in Jeans und T-Shirt ging durch die Medien, der mitreisende Bundestagspräsident Norbert Lammert sah daneben trotz Stahlhelm aus wie der dröge Zahlmeister, der auf die Bilanz achtet.

 

Fast pünktlich in Düsseldorf

 

Am Abend dann in Düsseldorf beim Ständehaus-Treff im K 21. KT, wie ihn seine Vertrauten nennen (dürfen) wie immer aus dem Ei gepellt, schicker Anzug, dezentes blaues Hemd, sorgfältig ausgesuchte gelbe Krawatte. Dass seine Frau Stephanie (die vorige Woche einen ebenfalls starken Auftritt in Düsseldorf hatte) ihm die morgens raus legt, ist durchaus möglich. Die Nacht hatte er jedenfalls zu Hause verbracht, um dann am Nachmittag nach Düsseldorf weiterzureisen. Fast pünktlich landete er dort auf dem Flughafen um kurz nach 19 Uhr und war wenig später am Eingang des Ständehauses.

 

Dort wartete ein gespanntes Publikum: Mucksmäuschenstill war es im voll besetzten Saal, als Giovanni di Lorenzo den Minister nach seinen Ideen für eine Modernisierung der Bundeswehr befragte und glasklar begründete Antworten bekam. Und oft erhielt zu Guttenberg spontanen Beifall, wenn er beispielsweise meinte, Begriffe wie Vaterlandsliebe seien durchaus achtenswert und gut. Oder als er sagte, er halte es für die Pflicht des Verteidigungsministers, auch dahin zu gehen, wo die Soldaten in Lebensgefahr sind. Schon vorab hatten Moderator und Gast vereinbart, drei wichtige Wesenszüge des 38-Jährigen zu nutzen: Offenheit, Authentizität, Humor. Meist hielt KT sich dran, räumte auch Fehler ein, wich nur manchmal in vorsichtige Formulierungen aus, plauderte sehr locker über sich und Angela Merkel.

 

Düsseldorf war ihm nicht völlig neu. Erst im Wahlkampf für den Landtag war er hier, hat kräftig die Trommel gerührt für Rüttgers und seine Leute. Geholfen hat es zwar nicht, aber der Auftritt des Ministers ist trotzdem in Erinnerung geblieben, weil er eine sehr gute und freie Rede hielt und bei der Beschreibung der CDU-Kandidaten die Gabe zeigte, sich viele Details über Menschen merken zu können, obwohl er deren Namen an besagtem Tag wohl zum ersten Mal gehört hatte. Das Publikum gestern Abend war wie immer breit gemischt: Wirtschaft, Politik, Kultur – eine beeindruckende Gästeliste.

 

Dabei war übrigens auch Stephania Fischer-Weinsziehr, seit vorigem Jahr Polizeipräsidentin Essen/Mülheim: Eigentlich wollte sie bereits am Sonntag in Urlaub fahren. Aber für diesen Minister verschob sie die Reise um einen Tag. Am Ende des Abends dürfte sie gemerkt haben, dass es sich gelohnt hatte. Jedenfalls gab es reichlich Beifall für den Mann aus Oberfranken.



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