Debatte um Friedhofsmobile RP
2005 hatte das Gartenamt – zunächst auf dem Nordfriedhof, später auch auf anderen Friedhöfen – erstmals einen Friedhofsbegleitdienst angeboten. "Der wurde aber nicht gut angenommen", sagte Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) – und deswegen vor zwei Jahren wegen mangelnder Nachfrage wieder eingestellt. Zum einen gab es, weil die Begleiter bei der Zukunftswerkstatt angestellt waren, Vorbehalte bei einigen Senioren; zum anderen wurde der Service ausgerechnet am Wochenende nicht angeboten.Service für Ältere
Debatte um Friedhofsmobile
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 - 08:24
Düsseldorf (RP) In Köln, Mönchengladbach und jetzt auch in Krefeld gibt es den Service bereits: Betagte und gehbehinderte Friedhofsbesucher können sich gratis zur gewünschten Grabstätte und zurück fahren lassen. Die Politiker im Rathaus finden das Projekt interessant – lassen sich bei der Prüfung aber viel Zeit.
Seit Anfang August schnurrt er über den Krefelder Hauptfriedhof: ein dunkelgrüner Elektrowagen, mit dem Besucher zur gewünschten Grabstätte kutschiert werden. Gesteuert wird das Friedhofsmobil von einem von insgesamt zwölf Friedhofslotsen, die auf Ein-Euro-Basis angestellt sind, für die Benutzer ist der Service kostenlos. Um ihn anbieten zu können, kaufte die Stadt Krefeld für 5000 Euro einen gebrauchten Golfwagen und polierte ihn auf. Ob das Modell auch in Düsseldorf erfolgreich sein könnte, wollen nun die Mitglieder des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen wissen: Sie beauftragten die Verwaltung damit, zu prüfen, welche Erfahrungen Krefeld mit dem Friedhofsmobil macht und inwiefern sie Vorbild für eine Düsseldorfer Lösung sein könnten.
2005 hatte das Gartenamt – zunächst auf dem Nordfriedhof, später auch auf anderen Friedhöfen – erstmals einen Friedhofsbegleitdienst angeboten. "Der wurde aber nicht gut angenommen", sagte Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) – und deswegen vor zwei Jahren wegen mangelnder Nachfrage wieder eingestellt. Zum einen gab es, weil die Begleiter bei der Zukunftswerkstatt angestellt waren, Vorbehalte bei einigen Senioren; zum anderen wurde der Service ausgerechnet am Wochenende nicht angeboten.
Die Idee zu einem Friedhofsmobil stammt mitnichten aus Krefeld. "Was Amsterdam kann, können wir auch", dachte sich beispielsweise Doris Törkel, in Krefeld Abteilungsleiterin für Friedhöfe, nachdem sie den Service in der niederländischen Hauptstadt in Aktion und in Vollendung gesehen hatte. Federführend in Deutschland ist Köln, wo sich die Anbieter vor Anfragen seit der Einführung 2002 kaum retten können, auch in Mönchengladbach gibt es seit diesem Jahr ein ähnliches Projekt. Dort wie auch in der Domstadt werden Friedhofsbesucher sogar zu Hause abgeholt und am Ende wieder dorthin zurückgefahren. "Die Düsseldorfer Friedhofsgärtner würden gerne auch so etwas anbieten, wissen aber nicht, wie sie es finanzieren sollen", sagte Herbert Prickler (SPD), selbst Mitglied bei der Friedhofsgärtner Düsseldorf eG. "Wenn man es gemeinsam mit der Stadt machen würde, wäre es sicher ohne Weiteres möglich." Pricklers Parteikollege Oliver Müller brachte städtische Mitarbeiter ins Spiel. "Das könnten doch Kollegen machen, die körperlich nicht mehr so leistungsfähig sind, die man früher ins Archiv oder auf den Pförtnerstuhl gesetzt hat."
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